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Geschichte des Darts Teil 1: Entstehung

Über die Entstehung des Dartspiels existieren mehrere verschiedene Theorien. Fast alle vereint jedoch, dass der Ursprung aus dem militärischen Bereich kommen soll.

Schon Boadicea, Königin der Urbriten, hat ihr kriegerisches Können überlieferter Schriften nach beim Darts werfen verbessert. Auch König Arthus pflegte angeblich eine Vorform des Dartspiels. Zudem bekam Heinrich VIII von seiner zweiten Ehefrau Anne Boleyn einen reich verzierten Satz Darts, die er wohl zum Jagen benutzte. Dies alles konnte geschichtlich jedoch nie bewiesen werden.

David Hume [Public domain], via Wikimedia Commons

David Hume [Public domain], via Wikimedia Commons

Einer gängigen Theorie nach sollen britische Bogenschützen, damals die besten der Welt, bereits im 14. und 15. Jahrhundert zur Übung abgebrochene Pfeile auf Scheiben von Baumstämmen geworfen haben. Dies ist aber anzuzweifeln, da die Bogenschützen wohl kaum Pfeile mit der Hand werfen würden, um ihr Bogenschießen zu verbessern.

Eine weitere Theorie betrifft das typisch englische Wetter. Zu regnerischen, nass-kalten Zeiten sollen die gelangweilten Soldaten in Wirtshäusern auf der Suche nach einem Zeitvertreib das Dartspiel für sich entdeckt haben. Zum Beweis ihrer Fähigkeiten warfen sie mit abgebrochenen Pfeilen auf Holzstammscheiben oder in manchen Geschichtsvarianten auch Fassböden. Da dem abgebrochenen Pfeil die Stabilität fehlte, befestigte man am Ende Federn wie bei einem vollständigen Pfeil.

Einig sind sich die meisten Dartshistoriker, was den Ursprung des Dartboards angeht, welches aus Holzstammscheiben entstanden sein soll. Die Double und Treble Felder resultieren wohl aus den Jahresringen der Bäume, die bei der Entstehung des Dartspiels für die damaligen Spieler anzeigten, wer den besten Wurf vollbracht hatte. Desweiteren entstanden auf den Scheiben die typischen keilförmigen Risse hin zur Mitte. Daraus machte man als weiteren Beweis des Könnens die einzelnen Segmente.

Die ersten historisch belegten Fakten für das heutige Dartspiel stammen aus dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts.

1896 ordnete der Zimmermann Brian Gamlin aus Bury die Zahlen auf dem Dartboard so an, wie sie heute bekannt sind. Dabei versuchte er die Zahlen so zu variieren, dass es möglichst viel auf Geschicklichkeit ankam, eine hohe Punktzahl zu erzielen.

1898 wurden in Amerika die ersten Papierflights patentiert. Zuvor verwendete man zur Stabilisierung der Flugbahn meist Truthahnfedern.

1901 erschien die erste Anzeige für Dartboards im „Stationer, Printer & Francy Trades‘ Register“.

Ein Jahr später wurde in einer Provinzzeitung aus Lancashire  das erste Mal von 180-Würfen berichtet.

1906 wurde der Dartkörper erstmals aus Metall statt aus Holz hergestellt.

Einen wichtigen Schritt für Darts machte Gastwirt Jim Garside im Jahr 1908. Weil er in seinem Pub Dartspiel erlaubt hatte, wurde er angeklagt, da Glücksspiel in England verboten war. Darts war zu diesem Zeitpunkt noch als Glücksspiel deklariert worden. Um zu beweisen, dass keinesfalls Glück sondern Geschicklichkeit beim Darts entscheidend war, nahm Garside den damals besten Spieler den er kannte, William „Bigfoot“ Annakin, mit zur Gerichtsverhandlung. Schnell wurde eine Dartscheibe aufgehängt und Annakin warf drei Mal in das 20 Segment. Daraufhin versuchte sich ein Gerichtshelfer daran, es ihm gleich zu tun. Dieser traf mit den ersten beiden Pfeilen nicht einmal die Schreibe. Daraufhin trat Annakin nochmals an und traf 3-mal die Doppel 20. Der Richter, beeindruckt von der Leistung Annakins, traf dann die Entscheidung „This is no game of chance.“ (Das ist kein Glücksspiel). Der Weg in die Pubs war für Darts geöffnet.

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