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Geschichte des Darts Teil 2: Ein erster Boom

Anfangs wurde Darts nur in Pubs gespielt oder es wurden Spiele zwischen den Champions nahe gelegener konkurrierender Pubs Spiele ausgetragen. Aufgrund der damals noch geringen Mobilität der Normalbevölkerung waren Ausflüge zu weiter entfernten Pubs um Turniere auszutragen schlichtweg nicht möglich, auch aus finanzieller Hinsicht.

Zunächst war Darts hauptsächlich ein Event das man besuchte, bei dem Darts-Künstler ihre Kunststückchen aufführten. Die großen Stars waren Joe Hitchcock und Jim Pike. Eines der Lieblingskunststücke von Pike war es, durch eine Zeitung hindurch ein gewünschtes Doppel zu treffen. Zudem gehörte es auch zu seinem Repertoire einem Freiwilligen, der seitlich zum Board stand, eine Zigarette mit einem Dartpfeil aus dem Mund zu schießen, wobei dieser im Board landete.

"Hope and Anchor dart club", Hope and Anchor, 20 Waterloo Street (now Macbeth Street), Hammersmith, London, UK. ca 1925. NB publican Charles Fletcher (seated front row center) with elm board

„Hope and Anchor dart club“, Hope and Anchor, 20 Waterloo Street (now Macbeth Street), Hammersmith, London, UK. ca 1925. NB publican Charles Fletcher (seated front row center) with elm board

Nach dem Zweiten Weltkrieg trugen Brauereien dann die ersten Darts-Ligen aus. In den 20er Jahren war zunehmend die Voraussetzung für eine Gründung eines national agierenden Verbandes immer mehr gegeben. 1924 wurde schließlich die National Darts Association gegründet.

Der erste große Wettbewerb entstand mit dem „News of the world“ Wettbewerb 1927/28 in London. Bei dem von der Zeitung „News of the world“ unterstützten Wettbewerb trat zunächst der Champion eines Pubs gegen den eines nahegelegenen Pubs an. Der Gewinner trat dann gegen den Gewinner eines anderen Pub-Vergleichs an. Es wurde in einem Playoff-System gespielt, wobei man zwei Legs zum Sieg benötigte. Bei der ersten Austragung betrug das Teilnehmerfeld noch 1000 Spieler. In den 1930er Jahren streckte sich der Wettbewerb über immer größere Teile Englands. 1938/39 schließlich betrug die Teilnehmerzahl unglaubliche 280.000 Dartsspieler.

Als der Zweite Weltkrieg ausbrach fand der Wettbewerb ein abruptes Ende. Die englischen Soldaten nahmen ihr Spielgerät jedoch mit in die Lager der Truppen, wo das Dartspiel vielfach praktiziert wurde. Auf diese Weise wurde das englische Spiel in die Welt getragen, unter anderem von den US-Soldaten nach Besuchen in englischen Lagern mit nach Hause genommen.

Nach Ende des Krieges wurde die „News oft he World Individual Darts Championship“ 1947/48 erstmals wieder ausgetragen. Zum ersten Mal war es nun ein landesweiter Wettbewerb. Der „News oft he World“ war bis zu seinem Ende in den 90er Jahren ein hoch angesehener Wettbewerb, den jeder gute Dartspieler einmal gewinnen wollte.

Die 1924 gegründete National Darts Association überlebte den Krieg nicht. Anfängliche Versuche einer Neugründung eines nationalen Verbandes scheiterten, bis 1954 die National Darts Association of Great Britain gegründet wurde.

In den 1950er und 1960er Jahren war Darts eher unauffällig, obwohl die Teilnehmerzahlen bei Wettbewerben der NDAGB weiterhin sehr hoch waren. Die NDAGB gründete mehrere regionale Ligen und veranstaltete auch große Turniere.

In den 60er Jahren wurde Darts dann zum ersten Mal auch im TV übertragen. Durch die Einführung der geteilter Bildschirm Technik Ende der 60er, Anfang der 70er Jahre erreichte die Darts Begeisterung ganz England.

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