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Generationenkampf im Traumfinale

Phil Taylor (links) und Michael van Gerwen (Bild: www.pdc.tv)

Phil Taylor (links) und Michael van Gerwen (Bild: www.pdc.tv)

Im Finale des World Matchplay stehen sich Michael van Gerwen und Phil Taylor gegenüber. Die aktuelle Nummer 1 gegen den erfolgreichsten Dartspieler aller Zeiten. Ein Traumfinale, bei dem der Kampf zweier Generationen im Mittelpunkt steht.

Phil Taylor ist der erfolgreichste Dartspieler aller Zeiten. Er hat schon alles gewonnen, was es beim Darts zu gewinnen gibt und war jahrelange die Nummer 1 im Sport. Für eine lange Zeit galt er als unbesiegbar, es gab niemandem, der ihm auf Dauer die Stirn bieten konnte.

Die Situation in der Dartswelt hat sich aber geändert, die Qualität in der Weltspitze nimmt zu. Es gibt nicht mehr „nur“ Phil Taylor, es gibt viele Spieler, denen Titel zuzutrauen sind. Und es wächst eine junge Generation heran, die den alten Hasen das Leben schwer macht.

Hin und Her zwischen Taylor und van Gerwen

Bei der World Darts Championship 2013 stand der aufsteigende junge Star Michael van Gerwen gegen den großen Taylor im Finale. Taylor besiegte ihn und holte sich den Titel, nachdem in den beiden letzten Ausgaben des Turniers sein Schüler Adrian Lewis Weltmeister wurde. Taylor war zurück und hatte den Kampf der Generationen gewonnen.

Im gleichen Jahr standen sich die beiden Spieler im Finale der Premier League gegenüber. Dieses Mal siegte van Gerwen, ein Wechsel an der Spitze wurde befürchtet. Die neue Generation schien der alten den Rang abzulaufen.

Als Taylor und van Gerwen bei der UK Open jedoch wieder aufeinander trafen, entschied Taylor das Spiel für sich. Das Finale der Players Championship Finals dagegen konnte der Niederländer gewinnen.

van Gerwen übernimmt die Spitze

Bei der World Darts Championship unterlag Taylor dem jungen Talent Michael Smith in der zweiten Runde und verlor seinen ersten Rang in der Order of Merit an den frisch gebackenen Weltmeister Michael van Gerwen. Der Generationenwechsel schien endgültig vollbracht, die neue dominante Figur im Darts war der 24jährige Niederländer.

Es folgte ein schweres erstes Halbjahr in 2014  für Phil Taylor. Am ersten Spieltag der Premier League kassierte er gegen die neue Nummer 1 der Welt einen Whitewash, van Gerwen schien seine Position gefestigt zu haben. Bei der UK Open schied „the Power“ früh aus, in der Premier League unterlag er im Halbfinale Raymond van Barneveld und beim World Cup of Darts verlor er gemeinsam mit Adrian Lewis das Finale gegen die beiden Niederländer van Barneveld und van Gerwen.

Einige machten den Wechsel von Unicorn zu Target für die Misere der Darts Legende verantwortlich. Der Materialwechsel schien Taylor zu schwächen, er kam mit seinen neuen Darts nicht wirklich zurecht.

Taylor war für viele abgeschrieben, seine Ära vorbei. Die neue Ära sollte die der jungen sein, von van Gerwen, Lewis, Smith und wie sie alle heißen.

Taylor is back

Doch bei seinem Lieblingsturnier in Blackpool überzeugt der Rekordweltmeister, er scheint seine Form gefunden zu haben. Seine Darts sind perfekt, so Taylor, haben endlich die richtige Länge und das richtige Gewicht. Er denkt, er kann besser werden, als je zuvor.

Das Finale verspricht viel, wieder treffen die Repräsentanten ihrer Generation aufeinander. Taylor wird beweisen wollen, dass er wieder da ist, dass man ihn nicht abschreiben darf. Van Gerwen ist titelhungrig, hat das World Matchplay noch nie gewonnen und will seine neue Rolle als der Beste der Welt verteidigen. Man darf mit Recht viel erwarten von diesem Finale, in der Hoffnung, eine Antwort auf den Kampf der Generationen zu finden.

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