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Preview: Wer wird Weltmeister?

Am 18.Dezember startet die Weltmeisterschaft der PDC. Michael van Gerwen will seinen Titel verteidigen, Phil Taylor den Niederländer vom Thron stoßen. Aber auch andere wollen diesen Titel. Wir haben uns mal angesehen, wer die besten Chancen hat, Weltmeister zu werden.

Phil Taylor

Taylor bei seinem Erstundensieg (Bild: www.pdc.tv)

Phil Taylor (Bild: www.pdc.tv)

Bei keinem Turnier darf der Name Phil Taylor auf der Liste der Topfavoriten fehlen. Taylor hat vielleicht nicht mehr den Status des Unbesiegbaren wie noch vor einigen Jahren, er ist aber trotzdem der, den es zu schlagen gilt.

Anfang 2014 war eine schwere Zeit für “the Power”, nach seinem Wechsel zu Target fand er nicht mehr wirklich in die Spur. Auch nach seinem dominanten Titelgewinn beim World Matchplay ließ Taylor wieder nach. Für ihn ist der enge Turnierkalender mittlerweile spürbar anstrengend, in seinem Alter kann er nicht mehr jede Woche Topleistungen abrufen. Das weiß Taylor, weshalb es so wirkt, als würde er sich nur für die wirklich wichtigen Turniere zu 100% vorbereiten.

Mit seinem Sieg beim Grand Slam of Darts hat Taylor wieder einmal bewiesen, dass er in Topform nur schwer zu schlagen ist. Besonders die WM ist ein sehr wichtiges Turnier für den Rekordweltmeister, der diesen Titel unbedingt will. Schafft er es, pünktlich zur WM in Form zu sein und eine ähnliche Leistung abzurufen wie beim Grand Slam, dann muss er der Topfavorit auf den Titel sein.

Besonders in Spielen über eine lange Distanz ist er kaum zu schlagen. Es gibt keinen Spieler, der so konstant auf hohem Niveau spielen kann, wie er. Die Frage wird sein, ob Taylor seine Topform abrufen kann und mit totalem Fokus in das Turnier gehen wird. Schafft er das, wird er Weltmeister.

Michael van Gerwen

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Michael van Gerwen (Bild: www.pdc.tv)

Titelverteidiger Michael van Gerwen gehört natürlich auch in diesem Jahr wieder zu den Favoriten auf den Weltmeistertitel. Er ist die Nummer 1 der Welt, amtierender Weltmeister und kann in Topform Darts wie von einem anderen Stern spielen.

Was van Gerwen im Vergleich zu Taylor fehlt ist jedoch die Konstanz. In den letzten Turnieren, nach seinen Siegen beim Grand Prix und der European Darts Championship, ließ der Niederländer nach und erreichte weder beim Master, noch beim Grand Slam oder den Players Championship Finals das Finale.

Will er seinen Titel bei der WM verteidigen muss van Gerwen wieder zu seiner besten Form zurück finden. Neben Phil Taylor wirken auch Spieler wie Gary Anderson und James Wade bereit wie nie, die Konkurrenz für van Gerwen ist groß. Schafft er es jedoch, seine Topform wieder zu finden, dann gibt es wohl nur einen, der ihn aufhalten kann: Phil Taylor.

In einem WM-Finale, über die lange Distanz Best of 13 Sets, sehen wir Taylor im Vergleich zu van Gerwen vorne. Neben der Erfahrung ist es auch die Konstanz Taylors, die es schwer macht, ihn in so vielen Sets zu besiegen. Schwächephasen kann man sich gegen ihn kaum leisten, diese muss van Gerwen abstellen können.

Gary Anderson

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Gary Anderson (Bild: www.pdc.tv)

Das Jahr 2013 war kein einfaches für Gary Anderson. Umso beachtlicher ist es, wie stark der Schotte in 2014 zurück gekommen ist und sich nun zu den Topfavoriten auf den Weltmeistertitel zählen kann.

Neben zahlreichen ProTour Siegen, am Ende als Nummer 1 der ProTour Order of Merit und mit dem Sieg bei den Players Championship Finals, sowie auch weiteren guten Vorstellungen zeigte Anderson das ganze Jahr über starke Leistungen.

Besonders der Erfolg beim letzten Turnier vor der WM lässt aufhorchen, Anderson ist rechtzeitig in Form. Im Halbfinale konnte er Phil Taylor besiegen und schlug auch Adrian Lewis im Finale. Wenn Anderson bereit für diesen Titel ist, dann jetzt.

Im letzten Jahr siegte Michael van Gerwen bei der Generalprobe für die WM – und wurde später Weltmeister. Anderson ist ähnliches zuzutrauen, wenn er seine Doppel im Griff hat und weiter so konstant scored, wie man es von ihm gewohnt ist.

James Wade

James Wade (Bild: www.pdc.tv)

James Wade (Bild: www.pdc.tv)

Auch James Wade hat ein anstrengendes Jahr 2013 hinter sich. Besonders hart hat ihn die Nichtberücksichtigung für die Premier League getroffen. Doch auch Wade gelang das Comeback, er scheint stärker aus dieser Krise heraus gekommen zu sein.

Er gewann ein European Event, erreichte beim Grand Prix das Finale und gewann mit dem Masters auch einen Major Titel im Jahr 2014.

Ein James Wade in Topform muss auch Kandidat für den Weltmeistertitel sein – seine Leistungen scheinen jedoch auch sehr von seiner psychischen Verfassung abhängig zu sein. Wade’s Spiel wird zu oft von Emotionen beeinflusst, er wirkt oft unzufrieden, wenn es nicht läuft, anstatt sich aufzubäumen.

Bei vielen Turnieren 2014 war dies nicht so sehr der Fall, Wade konnte sich in dieser Hinsicht bessern und spielte konstanter. Er ist jedoch trotzdem kein Spieler, der Averages über 100 fabriziert. Will er gegen die Powerscorer Anderson und van Gerwen sowie Altmeister Taylor eine Chance haben, muss er sein Bestes abrufen.

Adrian Lewis

(Bild: www.pdc.tv)

Adrian Lewis (Bild: www.pdc.tv)

Zum erweiterten Favoritenkreis, nicht zu den Topfavoriten, zählt der zweifache Weltmeister Adrian Lewis. Auch er spielt zu unkonstant, sein Spiel leidet teilweise unter seinen Emotionen.

Mit seinem Finaleinzug bei den Players Championship Finals konnte Lewis nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen zumindest mal wieder auf sich aufmerksam machen.

Man darf den Jackpot nie unterschätzen, es ist bekannt, was er zu leisten im Stande ist. Immerhin konnte er die UK Open 2014 gewinnen und hat es bereits zwei Mal geschafft, PDC Weltmeister zu werden.

Lewis muss es schaffen, seine bei den PC Finals ansteigende Formkurve weiter steigen zu lassen, will er bei den Großen mitreden. Leistungen wie beim Grand Slam of Darts werden nicht reichen – dann wird er früh die Segel streichen müssen.

Stephen Bunting

Stephen Bunting (Bild: www.pdc.tv)

Stephen Bunting (Bild: www.pdc.tv)

Auch Stephen Bunting gehört wohl zum erweiterten Favoritenkreis. Bunting trägt bereits den Weltmeistertitel des Konkurrenzverbandes der PDC, der BDO. Er wäre der erste Spieler, der gleichzeitig beide Titel in einer Person vereint.

Stephen Bunting hat ein erfolgreiches Jahr 2014 hinter sich, er konnte sich in der PDC festspielen und ließ erkennen, dass es für ihn in Zukunft wohl auch in der Order of Merit nach oben geht. Ein Platz in der Top 10 ist für ihn nur noch eine Frage der Zeit.

Um Weltmeister zu werden fehlt ihm aber wohl noch ein Stück. Er konnte noch kein Major Turnier bei der PDC gewinnen, für den ganz großen Wurf ist es für ihn dann wohl noch zu früh. Gespannt darf man trotzdem sein, “the Bullet” kann an einem guten Tag jeden besiegen und wurde deshalb von mir auch in die Liste der Favoriten aufgenommen.

 

2 Kommentare

  1. Carl

    Van Barneveld ist doch auch BDO und PDC Weltmeister!

    1. Markus

      aber nicht gleichzeitig. Bunting wäre amtierender bdo und pdc Weltmeister zur gleichen Zeit!

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