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Der Price ist heiß

(Bild: www.pdc.tv)

(Bild: www.pdc.tv)

Was haben Rugby und Darts gemeinsam? Nichts, möchte man sagen. Jeder Dartsfan wird seit gestern Abend eine Antwort kennen: Gerwyn Price.

Der Waliser spielte bis 2014 neben Darts auch Rugby. Erst im Januar 2014 stieß er zum PDC Circuit und beendete seine Rugby Karriere, um Vollzeit Darts Profi zu werden.

So kurz erst Teil der PDC war seine Qualifikation zum World Matchplay schon eine kleine Überraschung, von seinem Erstrundensieg über Michael Smith ganz zu schweigen. Für eine absolute Sensation sorgte Price dann mit dem 13-10 Sieg über Adrian Lewis in der zweiten Runde.

Nach den ersten Legs rieben sich einige schon verwundert die Augen, ob da nicht doch noch Michael van Gerwen auf der Bühne stand, der im Match zuvor eine wahre Demonstration abgeliefert hatte (13-2 gegen Jamie Lewis, 111 Average). Der „Iceman“ Price war zu Beginn der Partie so sehr on fire, man bekam glatt Angst, er würde schmelzen.

Wie Beeindruckend stark Price war zeigt ein Blick auf die Statistik von Adrian Lewis: nach 10 Legs hatte er einen Average von bärenstarken 109 Punkten – und lag mit 3-7 zurück. Der Average von Price stand zwischenzeitlich auf 115 Punkten, rutschte erst gegen Ende der Partie auf unter 100 ab.

In den letzten Legs merkte man dem eiskalten „Iceman“ dann doch ein bisschen seine Nervosität an. Er ließ zum ersten Mal in der Partie einige Chancen liegen, die er zuvor allesamt genutzt hatte. Am Ende sollte es dann aber für einen 13-10 Sieg reichen.

Mit Lewis konnte man schon beinahe Mitleid bekommen, wie auch mit seinem Namensvetter Jamie bei der Demonstration van Gerwens. Eine ganze Rugby Mannschaft hätte ihn nicht stärker ausknocken können, als das phänomenale Dartspiel eines einzelnen.

„Es ist unglaublich. Mein Ziel war es ursprünglich, die erste Runde zu überstehen und meinen ersten Sieg im TV zu erreichen, heute wollte ich einfach nur gut spielen.“ so Price.

„Ich denke ich habe die meiste Zeit des Spiels besser als Adrian gespielt, außer die letzten paar Legs, als er zurück kam, ich könnte vor Freude platzen. Ich war nicht nervös, aber er hat mich immer weiter unter Druck gesetzt.

Am Sonntag hatte ich mit meinem Scoring zu kämpfen, aber mein Finishing hat mich durchgebracht, aber heute kam alles zusammen. Ich habe es noch nicht richtig realisiert – Ich kann es nicht abwarten, das alles am Donnerstag noch einmal zu machen.“

Im Viertelfinale, dem ersten bei einem Major Turnier in seiner PDC Karriere, trifft Price auf Peter Wright. Die Nummer 5 der Welt wird gewarnt sein. Price sieht aus wie ein Rugbyspieler, kann aber spielen wie ein Dartskönig.

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