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WM Preview: Chancen der Deutschen und Österreicher

Max Hopp, die große deutsche Dartshoffnung(Bild: www.pdc.tv)

Max Hopp, die große deutsche Dartshoffnung(Bild: www.pdc.tv)Die

Auch in diesem Jahr nehmen wieder drei Deutsche und drei Österreicher am wichtigsten Turnier des Dartsports teil. Das beste Resultat eines deutschsprachigen Spielers bei einer PDC WM erzielte Mensur Suljovic 2011 mit dem erreichen des Achtelfinals. Wie weit kann es in diesem Jahr gehen?

Max Hopp gegen Benito van de Pas

Die größte deutsche Dartshoffnung bekommt es mit dem niederländischen Talent Benito van de Pas zu tun. Dieser hatte im letzten Jahr das Achtelfinale erreicht und zeigt sich immer öfter in guter Form, auch auf der großen Bühne. Zuletzt überzeugte van de Pas bei den Players Championship Finals, als er unter anderem James Wade schlug und bis ins Viertelfinale kam. Der 22-jährige Niederländer konnte in seiner jungen Karriere schon viel Erfahrung sammeln und hat sich zu einem festen Bestandteil des PDC Circuit entwickelt. Er steht mittlerweile auf Rang 24 der Order of Merit.

Auch Hopp hat für sein junges Alter schon viel Erfahrung sammeln können, stand bereits bei drei Weltmeisterschaften auf der Bühne und gewann die World Youth Championship in diesem Jahr. Eine beachtlichte Leistung für einen 19-Jährigen, er ist seinem Gegenüber jedoch noch einen Schritt hinterher. Rang 45 ist sicherlich hervorragend, Max fehlen aber noch ein paar Jahre für den endgültigen Durchbruch.

Fazit: Eine einfache Aufgabe, oder gar ein „Glückslos“, wie es teilweise tituliert wurde, sieht definitiv anders aus. Bedenkt man, wen Max hätte zugelost bekommen können, ist die 24 van de Pas möglicherweise aber doch eine dankbarere Aufgabe. An einem guten Tag ist dem Jugendweltmeister ein Erreichen der zweiten Runde zuzutrauen.

Jyhan Artut gegen Stephen Bunting

Jyhan Artut trifft auf BDO Weltmeister des Jahres 2014 Stephen Bunting. Bunting kam erst im Januar 2014 zur PDC und steht bereits auf Rang 17 der Order of Merit. Nach einem furiosen Start beim neuen Verband ließ Bunting gegen Ende dieses Jahres deutlich nach und erzielte kaum noch Ergebnisse. Einen Gegner in Topform muss Artut also nicht befürchten, Bunting ist dennoch einer der Topspieler der PDC.

Auch Artut kann schon auf zahlreiche Erfahrungen im Alexandra Palace zurückgreifen, 2010 erreichte er gar die zweite Runde. Dies ist gleichzeitig der größte Erfolg in seiner Karriere. Über die letzten Jahre gesehen ist Jyhan der vielleicht konstanteste unter den deutschen Spielern.

Fazit: Bunting geht trotz seiner fehlenden Form als klarer Favorit in das Spiel. Als 17 der PDC und ehemaliger BDO Weltmeister muss er nicht mehr beweisen, welches Potenzial er abrufen kann. Artut bräuchte da schon einen ganz besonderen Tag, um in die zweite Runde einzuziehen.

Rene Eidams gegen Thanawat Gaweenuntawong (Vorrunde), 1.Runde Michael van Gerwen

Sowohl Rene Eidams als auch der Thailänder Gaweenuntawong sind noch unbeschriebene Blätter in Sachen PDC, was die Einschätzung der Vorrundenpartie schwer macht. In diesem Jahr wird zum ersten Mal auch die Vorrunde im Modus Best of 3 Sets gespielt, statt wie bisher Best of 7 Legs.

Sollte Eidams die Vorrunde überstehen wartet in Runde 1 der momentan härteste Brocken im Darts; Michael van Gerwen. Die 1 der Welt scheint in diesem Jahr alles zu gewinnen und ist nicht zu stoppen. Sechs Major Titel sowie zahlreiche weitere Erfolge sprechen eine eigene Sprache, auch in der Order of Merit liegt MVG deutlich vorne, hat doppelt so viel Preisgeld auf dem Konto wie der Zweitplatzierte Gary Anderson.

Fazit: Die Vorrunde zu überstehen dürfte das höchste aller Gefühle für den Qualifikanten Eidams sein. Um MVG zu besiegen bräuchte es da schon ein bisschen mehr, als ein Wunder. An ihm haben sich in diesem Jahr schon zahlreiche Spieler die Zähne ausgebissen.

Mensur Suljovic gegen Jermaine Wattimena

Suljovic geht nach einem phänomenalen Jahr als gesetzter Spieler in die erste Runde und trifft auf die 102 der Welt, den 27-jährigen Niederländer Jermaine Wattimena. Für Wattimena ist es die erste Teilnahme bei der PDC WM, er nahm an diesem Jahr aber bereits an der UK Open teil.

Mensur dagegen hat das beste Jahr seiner Karriere hinter sich, welches auf Rang 21 der Order of Merit endete. Der Österreicher erreichte zwei Halbfinals (Players Championship Finals, World Grand Prix) und zwei Viertelfinals (World Matchplay, UK Open) bei Major Turnieren im Jahr 2015 und etablierte sich unter den besten des Sports. Auch die Generalprobe bei den Players Championship Finals gelang dem 43-Jährigen.

Fazit: Mensur ist als gesetzter Spieler Favorit. Die Leistungen dieses Jahres lassen keinen Zweifel daran, dass er die erste Runde überstehen muss. Betrachtet man die Ergebnisse bei den großen Turnieren 2015, kann man sogar darüber hinaus weiterdenken.

Rowby-John Rodriguez gegen Dave Chisnall

Der junge Österreicher hat mit Dave Chisnall ein sehr schweres Los erwischt. Chisnall war über lange Zeit ein Top 10 Spieler, ist mittlerweile jedoch auf Platz 13 abgerutscht. Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis er wieder in die gewohnte Top 10 aufrückt, betrachtet man das enorme Talent, das er mitbringt. Wenn „Chizzy“ richtig ins Rollen kommt gibt es nur wenige Spieler, die ihm das Leben noch schwer machen können. Seine Schwäche ist sicherlich seine Konstanz, erwischt er einen schlechten Tag, scheint ihn jeder besiegen zu können.

Rodriguez konnte in den letzten Monaten weiter auf sich aufmerksam machen, steht auf Rang 42 der Order of Merit. Mit seinen erst 21 Jahren ist Rodriguez eines der jungen Talente, denen man die Zukunft im Darts zuspricht. Potenzial hat er ohne Zweifel, es fehlt lediglich noch die Regelmäßigkeit der erzielten Ergebnisse.

Fazit: Rodriguez ist klarer Außenseiter, muss auf einen schlechten Tag Chisnalls hoffen. Trifft dies ein, ist alles möglich.

Michael Rasztovits gegen Rob Szabo (Vorrunde), 1.Runde Jamie Caven

Auch Österreich stellt in Michael Rasztovits einen Teilnehmer der Vorrunde. Er trifft auf den neuseeländischen Qualifikanten Rob Szabo. Wie in den meisten Vorrunden-Duellen ist es nur schwer einzuschätzen, wer als eindeutiger Favorit ins Rennen geht, das neue Format macht die Runde interessant.

Sollte Rasztovits sein Duell gewinnen wartet in Runde 1 Jamie Caven. Der auf einem Auge blinde Spieler hat eine unglaubliche Geschichte hinter sich, die er sogar in einem Buch veröffentlichte. Caven steht einen Platz hinter Mensur Suljovic auf Rang 22 der Order of Merit und ist als gesetzter Spieler sicherlich nur schwer zu schlagen, aber nicht unbesiegbar.

Fazit: Caven ist als erfahrener und gesetzter Spieler ein harter Brocken, sollte Rasztovits die Vorrunde überstehen. Unmöglich ist nichts, eine kleine Chance dürfte sich der Österreicher schon ausrechnen.

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