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Die unsichtbaren 90 Prozent

PDC Chairman Barry Hearn (Bild: www.pdc.tv)

PDC Chairman Barry Hearn (Bild: www.pdc.tv)

Im August fanden mit der World Series zwei TV-Turniere der PDC statt, Ende September folgt mit der erstmalig ausgetragenen Champions League of Darts ein weiteres. Positive Zahlen, die das ständige Wachstum der PDC und des Dartssports allgemein sehr gut veranschaulichen. Doch nicht alles daran ist positiv, wie Darts Weekly in der Ausgabe vom 2.September schreibt.

In diesen drei übertragenen Turnieren standen genau 12 PDC Spieler, die eine Tour Card innehaben, vor der Kamera. Erschreckend, wenn man bedenkt, dass 128 Spieler im Besitz eben dieser sind. Da es sich bei den genannten Turnieren um Einladungsturniere handelt, sind es eben immer die gleichen Spieler, die die Möglichkeit erhalten, auf der großen Bühne aufzutreten.

Es ist verständlich, dass bei einem im TV übertragenen Turnier die großen Namen wie Michael van Gerwen, Gary Anderson oder Phil Taylor nicht fehlen dürfen. Gerade um die Popularität des Sports weiter voran zu treiben, gilt es, die großen Stars auf die Bühne zu schicken, wenn diese einer breiten Weltöffentlichkeit präsentiert werden soll.

Trotzdem ist es schade für die nicht berücksichtigten 90 Prozent, denen die Chance versagt bleibt, sich auf der großen Bühne zu beweisen. Es wäre sicherlich auch interessant, einmal andere Gesichter vor dem Dartboard zu sehen, als immer nur die gleichen Stars. Vor allem in den letzten Jahren hat es sich doch immer wieder gezeigt, dass die Qualität im Feld der Profis deutlich breiter geworden ist – es gibt eben nicht mehr nur diese unangefochtenen Top 8 Spieler.

Es wäre jedoch nicht fair, die PDC aufgrund dieser Entwicklung nur zu kritisieren. Das Wachstum des Sports in den letzten Jahren ist vor allem der PDC und deren Präsidenten Barry Hearn zu verdanken, die Darts zu einem Event gemacht haben, das von einer breiten Öffentlichkeit angenommen wird. Und es wäre auch falsch der PDC zu unterstellen, die anderen 90 Prozent zu ignorieren: mit den Pro Tour Events und der European Tour bietet sie vielen Spielern die Möglichkeit, sich mit den Besten zu messen und sich auch für große TV-Turniere, – wenn auch nicht alle –  zu qualifizieren.

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